Alles andere als eine langweilige Geschichte
oder: ich würde zu gern sehen, wie dieser Stockfisch mit seiner Frau schläft.
nach einer Erzählung von Anton Tschechow
In der Tschechow-Erzählung „Eine langweilige Geschichte“ resümiert der hoch-
geehrte, aber tief verbitterte Medizinprofessor Nikolai Stepanowitsch über sein
facettenreiches Leben. Gequält von Schlaflosigkeit, Todeserwartung, Überdruss
und Langeweile reflektiert er mit scharfem Blick und beissendem Sarkasmus über
Alter, Jugend, Eheleben und Beruf und… der Sehnsucht nach dem „wahren Leben“.
„So glänzend und schön mein Name ist, so trübselig und hässlich bin ich selbst,
62 Jahre, mit kahlem Kopf und falschen Zähnen und einem unheilbaren Gesichts-
zucken, meinem Tic“.
In der szenischen Umsetzung der tragisch-komischen Lebensbilanz gelingt ein
eindrucksvolles Wechselspiel von Melancholie und Ironie mit dem tschechow-eigenen diagnostischen Blick auf das weite Land der Seele.
Stückdauer: ca. 80 Minuten
Darsteller: Bernd Surholt
Für die Bühne eingerichtet von Rudolf Höhn und Bernd Surholt.